| Kolostrum
(Colostrum, Kolostralmilch, Kolostrum, Biestmilch, Vormilch, Erstmilch)
Die Geschichte des Kolostrums
Bereits im 18. Jahrhundert beschrieb Dr. Hufeland die einmalige Funktion des Kolostrums im Unterschied zu normaler Milch, als er dessen Einfluss auf den allgemein hohen Gesundheitsstandard und das schnelle Wachstum von Rindern erkannte. Zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es schon eine Vielzahl von Untersuchungen über Kolostrum, die bis nach dem 2. Weltkrieg fortgesetzt wurden, ehe die Entwicklung von Sulfa Drogen und Antibiotika, wie z.B. Penicillin, das Zeitalter der chemischen Medizin einläuteten. Im Jahr 1955 wurde eine Publikation über "Immunmilch" als Therapie für rheumatische Arthritis veröffentlicht, wodurch die biologische Medizin wieder mehr in das Blickfeld der Öffentlichkeit geriet. Später wurden die Bestandteile des Kolostrums in ausführlichen Humanstudien untersucht.
Diese bestätigten, dass gestillte Babys bedeutend weniger Infektionen allgemeiner bakteriologischer und virenbedingter Art hatten, dass sie größeren Appetit zeigten und im Normalfall schneller als nicht gestillte Kinder wuchsen. Es gilt als anzunehmen, dass die antimikrobiellen Eigenschaften des mütterlichen IgG`s (Antikörper) im Kolostrum für diesen Unterschied verantwortlich sind.
Was ist Kolostrum?
Kolostrum ist das Vormilchsekret, das in den Brustdrüsen einer Mutter während der ersten 24-72 Stunden nach der Entbindung produziert wird. Das Kolostrum ist derart wichtig, dass die meisten saugenden Tierjungen ohne diese Nahrung einfach sterben würden. Es ist nicht nur eine Quelle von Nährstoffen, wie Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine und Mineralien, sondern es enthält auch viele biologisch aktive Moleküle, die für das Wachstum und die Immunabwehr des Körpers lebensnotwendig sind; die Immunglobuline. Diese Art der Inhaltsstoffe kommt in solch hohen Konzentrationen in keinem anderen Naturprodukt vor.
Es sind aber nicht nur die Immunglobuline, die jenen in Kolostrum der meisten Säugetiere praktisch identisch sind, es enthält zusätzlich die vierfache Menge an Wachstumsfaktoren. Außerdem enthält Rinderkolostrum spezielle Glykoproteine und Protease-Hemmstoffe, die äußerst wirksam zum Schutz, der im Kolostrum enthaltenen aktiven Bestandteile, vor den zerstörerischen Kräften des menschlichen und tierischen Verdauungssystems sind. Diese besonderen Inhaltsstoffe wiederum sind für die Gesundheit z.B. des Kalbes in den ersten Tagen seines Daseins unabdingbar, da während der Tragezeit, aufgrund der plazentalen Barriere, die mütterlichen Immunglobuline (= Antikörper, Abwehrstoffe) nicht bzw. nur in geringen Mengen in den Fötus übertreten können.
Dies ist eine Besonderheit beim Schwein und Rind, da diese Tierspezies einen Plazentationstyp aufweisen, der wegen einer sehr dichten Barriere zwischen Mutterschwein und Ferkel bzw. Kuh und Kalb den Austausch der Immunstoffe nicht möglich macht. Insbesondere beim Rind handelt es sich um einen Plazentationstyp namens Plazenta Syndes-Mochorialis, während z.B. der Primat Mensch einen Plazentationstyp Haemochorealis aufweist.
Das bedeutet, daß zwischen der Mutterkuh und dem Kalb eine Schichtdicke von ca. 5 Schranken besteht, im Gegensatz zum Menschen, bei dem die Schranke nur 3 Schichten aufweist. Aufgrund der Dichte der Plazenta zwischen Kuh und Kalb findet, wegen des hohen Diffusionsabstandes zwischen Mutterblut und Fötusblut, kein intensiver Stoffaustausch statt. Der Übergang der Immunglobuline von der Mutter auf das Neugeborene, bzw. der Übergang der mütterlichen Antikörper in den Organismus des Säuglings ist jedoch für diesen lebenswichtig.
Von enormer Bedeutung ist dies also bei Tieren mit einer besonders starken und dichten plazentalen Barriere, da diese Tiere praktisch ohne Abwehrstoffe geboren werden. D.h., dass ein Kalb, das diese Erstmilch nicht von der Mutter bekommt, der Konfrontation mit Bakterien oder Viren schutzlos preisgegeben ist und nur in Ausnahmefällen überleben kann.
Diese Tatsache erklärt die hohe Menge an Inhaltsstoffen in Rindercolostrum. Da Kolostrum nur während der ersten Stunden nach dem Kalben verfügbar ist und der Bedarf des neugeborenen Kalbs zuerst gedeckt werden muss, ist die Überschußgewinnung für den Menschen sehr eingeschränkt. Und im Hinblick darauf, dass gutes Kolostrum nur von Kühen stammen sollte, die von Antibiotika, Pestiziden und synthetischen Hormonen frei sind, kann man sich vorstellen, wie wenig des auf dem Markt erhältlichen Kolostrums diese Vorgaben erfüllt.
Unser Kolostrum wird ausschließlich von Kühen aus kontrollierten Beständen innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Kalben gewonnen.
Mehr zur Qualität finden Sie auch unter "Produkte"
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